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Was ist Rattan?

Rattan Möbel, Foto von Eric Wakker

Was ist Rattan eigentlich, wo kommt es her und wie werden daraus Möbel?

Rattan Ranken, Foto von Eric Wakker

Die Herkunft von Rattan 

Rattan oder auch Rotang ist ein natürliches Produkt/Material das man aus Rattan Palmen gewinnt. Doch Rattan wird nicht nur aus einer einzigen Palmenart gewonnen. Es wird aus allen Palmen der Gattung Calamus oder Calamoidae gewonnen. Insgesamt gibt es über 600 Unterarten der sogenannten „Rattan Palmen“. Die Ranken der Palme wachsen bis z um mehreren hundert Meter an anderen Pflanzen in die Höhe, es sind also „Kletterpflanzen“. Die Pflanze hat runde Samen über die sie sich fortpflanzt und sie wächst extrem schnell. Schon nach 2 Jahren kann eine Rattan Palme abgeerntet werden. 90% des weltweiten Rattans stammen aus Indonesien und der größte Teil wird nach China exportiert. Rattan Palmen wachsen meist in Gebieten mit tropischer Atmosphäre wie z.B. Südindien, Afrika oder Fiji.

Anbau

Rattan Palmen wachsen wild und nur selten in Plantagen sondern meist im subtropischen Klima von Regenwäldern.

 

 

Der Name „Rattan“

Das Wort Rattan hat seinen Ursprung im Malaiischen. Dort ist „Rotan“ das Wort für Rattan. Wurde das Rattan gespalten bzw. geteilt, so wird es als Peddigrohr bezeichnet. Weitere vorkommende Bezeichnungen sind „spanisches Rohr“, „Stuhlrohr“ oder „Rotang“. Angeblich  benennt man es auch nach dem Hafen aus dem es verschifft wurde, es mir jedoch etwas sinnlos erscheint.

Im deutschen wird das Wort Rattan meist genutzt um die typisch korbartige Struktur zu benennen.   

Rattan als Material

Rattan ist im Gegensatz zu Bambus nicht hohl. Rattan zeichnet sich durch seine Beständigkeit, Flexibilität und seine Leichtigkeit aus. Diese Eigenschaften machen es zu einem Material das sich sehr gut kreativ verarbeiten lässt.

Rattan Ernte, säubern. Foto von Eric Wakker

Nachbearbeitung

Nach der Ernte muss die Ranke zunächst von der Außenhaut befreit werden. Dazu wird das Rattan 5 Tage lang in Wasser eingeweicht. Dadurch wird es flexibel, was für die Weiterverarbeitung sehr wichtig ist. Die in den Ranken enthaltene Stärke wandelt sich um und das Rattan wird dadurch haltbarer. Nach den 5 Tagen wird es herausgeholt. Die Verarbeitung ist reine Handarbeit. Im nächsten Schritt wird das Ratten vom Dreck und der äußersten Rinde befreit. Danach wird es tagelang getrocknet und unter Folien geschwefelt. Das Schwefeln hält Schimmel, Krankheiten und Bakterien davon ab die Ranken zu befallen und tötet Keime und Insekten ab welche die  die Ernte zerstören könnten.
Nach dem Trocknet werden die Rattan Ranken gekürzt, geradegezogen und gebündelt. Die Länge auf die gekürzt wird ist vom Transportmittel abhängig. Meist sind es LKWs und die Länge ca. 7-9 Meter.
Die Ausschussquote liegt unter 3%, sprich Ranken die nicht für Möbel verwendet werden können.

Info: Preis ist jetzt schon bei 50 Cent pro Kilo

 

Rattan unbearbeitet, Foto von Steven Wong
Rohes Ratten, Photo von Eric Wakker

Nachbearbeitung zum fertigen Rohmaterial

Ab hier kommen dann auch größere Maschinen zum Einsatz. Das Zuschneiden ist der erste Prozess. Da es so viele Arten von Rattan gibt wird jede Art unterschiedlich verarbeitet bzw. behandelt. Die Fasern aus denen z.B. oft die Sitzflächen geflochten werden, sind die feine Außenhaut der Ranke und sie wird maschinell abgeschnitten. Jetzt müssen die Rattan Stränge nochmal geputzt werden. Auch dies ist mühsame Handarbeit, bei der mit einem Messer (Minihobel) die letzten braunen Stellen entfernt werden. Denn wer will schon später fleckige Möbel im Wohnzimmer stehen haben. Im nächsten Schritt werden die bearbeiteten Ranken nach Durchmesser sortiert. Am meisten werden Ranken mit einem Durchmesser von 1-12 mm verarbeitet bzw. nachgefragt. Dies war der letzte Verarbeitungsschritt und das Rattan ist nun einwandfreies Rohmaterial aus dem Möbel gebaut werden können.

Rattan Zuschnitt, Foto von Eric Wakker
Ratten wird gespalten. Foto Eric Wakker
Rattanlager. Foto Eric Wakker

Wirtschaftsfakten:

Ein Arbeiter verdient etwa 10 Euro.
Das Kilo Rattan ist nun schon 6-12 Euro Wert (abhängig von Qualität und Durchmesser).

Rattan Möbel Produktion

Hier werden die Rattan Stränge schließlich zu einem Möbelstück verarbeitet. Zuerst werden normale Stühle aus Holz gefertigt, denn der Kern fast aller Rattan Möbel besteht aus einem nackten Holzgerüst. Das sichert Stabilität des Möbelstücks. Im Zweiten Schritt wird auf den Stuhl geflochten. Ein Arbeiter kann in dieser Art von Massenproduktion ca. 5-6 ganze Stühle pro Tag fertigen. Die Arbeiter werden meist pro Stuhl bezahlt. Pro Stuhl gibt es um die 2 Euro. Auch hier ist alles Handarbeit und jeder einzelne Rattan Halm wird von Hand um das Holzgerüst geflochten. Je nach Land bzw. Land in dem der Kunde nachher den Stuhl kauft, variiert auch das Design enorm. Dann werden die herumstehenden kleinen Haarfasern mit einer kleinen Flamme ganz schnellweggebrannt. Danach werden die Stühle dann schließlich imprägniert und natürlich auch lackiert damit die Oberfläche schön glatt ist. Es wird mehrfach behandelt damit der Stuhl haltbar ist und seinen Glanz bekommt.
Im aller Letzen Schritt wird jeder Stuhl manuell geprüft und noch abstehende Fasern abgeschmirgelt oder abgeschnitten.

Rattanstuhl wird gefertigt, Foto von Eric Wakker
Arbeiterin bei der Fertigung, Photo by Eric Wakker

Wirtschaftsfakten:

Ein Arbeiter verdient etwa 10 €uro
Der fertige Stuhl kostet 25-30 Euro (Modell und Aufwandsabhängig).
Bei uns gibt es einen Stuhl dann ab 70 Euro.

Einsatz von Maschinen

Bei der Möbelproduktion gibt es keine Maschinen die automatisch z.B. einen gesamten Stuhl herstellen. Wie bereits erwähnt ist das Flechten hier Handarbeit. Allerdings können größere Flächen mit einer Art „Webemaschine“ maschinell erzeugt werden.

Geschältes und gesäuberte Rattan Stangen.
Foto von Eric Wakker

Bedeutung für die Länder

Rattan ist hier ein sehr wichtiger Industriezweig und liefert tausende von Arbeitsplätzen. Doch die Konkurrenz ist hart. Wer nun denkt das Länder wie Indonesien im Stundenlohn nicht unterboten werden können der Irrt gewaltig. Es gibt hohe Konkurrenz aus China oder Vietnam.

Rattan Ernte

Die Rattan Ernte ist sehr anstrengend und nicht selten wird 12 Stunden pro Tag im dichten Regenwald geerntet. Die Ranken der Palme werden bei der Ernte aus den Bäumen und Pflanzen an denen sie emporgewachsen ist, herausgezogen. Das Erntewerkzeug ist meist eine Machete. Damit werden die Ranken dann grob geschält bzw., überflüssige Blätter und Gestrüpp entfernt.

 

Wirtschaftsfakten:

Eine Person (männlich) erntet um die 70-80 Kilo pro Tag und erhält pro Kilo um die 14 Cent, also grob 10 Euro am Tag (siehe Video Quelle 1).

 

Grober Preisverlauf

Beispiel geht von einem einfachen Stuhl in Massenproduktion aus. D.h. kein verschnörkeltes extravagantes Design.

  • Ernte: ~14 Cent/Kilo
  • Nachbearbeitung: ~50 Cent/Kilo
  • Fertigung des Rohmaterials:  ~6-12 € pro Kilo
  • Möbelproduktion: Arbeiter verdient ~10 Euro/Tag
  • Preis eines fertigen Stuhls vor Ort: 25-30 Euro
  • Prei im Laden im Zielland: Ab 70 Euro

 

Quellen
1: http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/188405-weg-des-rattan-1.2709394/
1: http://de.wikipedia.org/wiki/Rattan

Bildquellen, Fotografen:

  • Steven Wong
  • Eric Wakker
  • Michael Thirnbeck
  • Photo by Yayan Indriatmoko/CIFOR (man cleaning rattan)
  • Photo by Erin Myers Madeira/CIFOR (man using tool on rattan and rattan leaning at the wall)


 

 

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